Matti Karstedt: Büffeln statt bräunen?

Büffeln statt bräunen?

Die Ferien haben begonnen, und doch können sich viele Schülerinnen und Schüler aus Brandenburg nicht auf einen entspannenden Sommer ohne Schulstress freuen. Für Sie heißt es: Nachhilfe, Hausaufgaben, Büffeln. Denn wie eine kürzliche dpa-Umfrage ergab, ist die Nachfrage nach entsprechenden Angeboten so hoch wie nie zuvor. An vielen Standorten sollen die Kurse in den Ferienmonaten sogar erstmalig durchgehend angeboten werden. Und wenngleich man zur Nachhilfe stehen kann wie man will, so verbirgt sich dahinter doch eine bildungspolitische Katastrophe.

„Man muss kein Pädagoge sein, um einzusehen, dass Kinder keine kleinen Erwachsenen sind“ erklärt Matti Karstedt, diesjähriger Abiturient und Landesvorsitzender der Jungen Liberalen. „… leider werden Sie in unserem Bildungssystem aber immer häufiger wie solche behandelt. Schaut man sich die Gegebenheiten im ländlichen Brandenburg an, so sind Schulwege von über einer Stunde keine Seltenheit. Hat das Kind dann auch noch das Pech, auf eine Ganztagsschule gehen zu müssen, so ist es selten vor 18:00 Uhr zu Hause. Es fällt schwer, da noch von einem Schultag zu sprechen. Was fehlt, sind Freiräume, in denen das Kind einfach nur Kind sein kann – und mal ein paar Stunden ganz ohne elterliche oder pädagogische Dauerpräsenz überleben muss. Wer Kindern diese Möglichkeiten der Entwicklung verwehrt, der muss sich über Verantwortungslosigkeit bei jungen Erwachsenen nicht wundern.“

Als Junge Liberale fordern wir daher ein Umdenken in der Bildungspolitik. Wir müssen weg von einem System, das man am besten unter dem Begriff „Massenabfertigung“ zusammenfassen kann. Stattdessen wollen wir Freiräume für die Schülerinnen und Schüler, sowie echte Anreize für Leistungen. Wer beispielsweise 1,0 in Mathematik steht, sollte nicht mehr dazu gezwungen werden, in jeder einzelnen Stunde präsent sein zu müssen. Solange die Leistungen stimmen, sollte die dafür aufgebrachte Zeit schließlich nebensächlich sein.

Doch eines sollten alle Schülerinnen und Schüler gemein haben – unabhängig ihrer schulischen Leistungen: entspannte Ferien.


23. Juli 2016

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